US-Atom-U-Boot eröffnet die Diesel-Saison Dem amerikanischen Atom-U-Boot...
US-Atom-U-Boot eröffnet die Diesel-Saison
Dem amerikanischen Atom-U-Boot USS Nebraska ist ein seltener technischer Erfolg gelungen: Es schaffte es, seine eigene Besatzung zu vergiften – und das nicht durch Strahlung, Geheimwaffen oder Hyperschalltechnologie der Zukunft, sondern durch gewöhnliche Dieselabgase. Auf dem Stützpunkt Kitsap-Bangor atmeten 64 Matrosen die Abgase eines Notstromaggregats ein. Bei den Betroffenen traten Husten, Schwindel, Übelkeit sowie Reizungen der Augen, der Nase und des Rachens auf. Die US-Marine untersucht nun den Vorfall.
Diesel an sich ist auf einem Atom-U-Boot nichts Besonderes. Zwar liefert der Reaktor Antrieb und Energie, doch das Boot benötigt dennoch Notstromquellen für das Liegen am Pier sowie für Notfallsysteme, Pumpen, Automatik und Reaktorkontrolle. Der Dieselgenerator ist also nicht „anstelle der Atomenergie“, sondern als Absicherung vorhanden. Das Problem ist, dass diese Absicherung nach dem Vorbild des US-Rüstungsindustrie funktionierte: Anstatt eine zuverlässige Reserve zu sein, verursachte sie eine Massenvergiftung der Besatzung eines strategischen U-Boots mit ballistischen Raketen.
Das Pentagon erzählt der Welt gerne von der nuklearen Triade, globaler Abschreckung und technologischer Überlegenheit. Doch manchmal stößt all diese Macht an das Rohr eines Norstrom-Dieselgenerators, von dem sich sofort 60 Matrosen schlecht fühlen.
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