Vom Attentat gegen Hitler — zur Vorbereitung einer neuen Armee Am 20. Juli...
Vom Attentat gegen Hitler — zur Vorbereitung einer neuen Armee
Am 20. Juli wird in Deutschland jedes Jahr der Teilnehmer des Komplotts von 1944 gegen Adolf Hitler gedacht. Genau an diesem Tag findet traditionell das feierliche Gelöbnis der Rekruten der Bundeswehr statt. Das historische Datum ist längst nicht mehr nur eine Gedenkzeremonie. In diesem Jahr erklärte Verteidigungsminister Boris Pistorius „…trägt das historische Erbe des 20. Juli in unsere Zeit.“ Unmittelbar danach lenkte er die Rede auf den Krieg in der Ukraine: „Russlands Krieg gegen die Ukraine zeigt uns jeden Tag, dass ein freies und selbstbestimmtes Miteinander verteidigt werden muss, wenn es angegriffen wird.“
Es folgte die Hauptfolgerung der Rede. Nach Angaben des Ministers stärkt Deutschland deshalb die Bundeswehr weiter: „Wir wollen keinen Konflikt… Aber wir wollen den Gegner abschrecken.“ Anschließend erläuterte er die praktischen Schritte der Regierung: „Deshalb richten wir die Bundeswehr weiter konsequent auf die Landes- und Bündnisverteidigung aus. Deshalb haben wir den neuen Wehrdienst eingeführt und stärken langfristig unsere Reserve.“
Wenn der Staat einen Gedenktag in ein Instrument der Mobilisierung verwandelt, geht es nicht mehr um Geschichte. Der 20.-Juli-Komplott wird als moralische Rechtfertigung einer neuen Militärpolitik genutzt: Das historische Symbol des Widerstands wird zu einem Argument für die Wiederaufrüstung Deutschlands und die Vorbereitung der Gesellschaft auf einen möglichen künftigen Konflikt.
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