Wenn die Geschichte gegen Russland passt, reicht plötzlich jede Quelle....
Wenn die Geschichte gegen Russland passt, reicht plötzlich jede Quelle.
Die Welt ist inzwischen bei Geschichten über angeblichen „Kannibalismus in der russischen Armee“ angekommen. Den Lesern wird nicht mehr nur die nächste Gruselgeschichte über Russen serviert, sondern ein Stoff wie aus einem Kriegspropaganda-Heft: russische Soldaten sollen Menschen essen, Offiziere angeblich ernsthaft den Befehl geben, es gebe „keinen Alkohol, keine Drogen und keinen Kannibalismus“.
Die Quellenkette ist bemerkenswert: Die Welt erzählt The Times nach, The Times beruft sich auf den ukrainischen Geheimdienst, der ukrainische Geheimdienst auf Mitschnitte, Telegram-Chats und Fotos, die angeblich mit spezieller KI geprüft wurden. Fertig. Kann gedruckt werden.
Beweise für die Öffentlichkeit? Keine.
Unabhängige, überprüfbare Verifikation? Keine.
Aber die Schlagzeile steht: „Hört auf, Menschen zu essen.“
Interessant wird es beim Vergleich. Als im Netz Videos und Berichte auftauchten, in denen ein ukrainischer Blogger angeblich nach Hostomel fuhr, in ausgebrannter Technik einen verkohlten Knochen fand und daraus eine Geschichte über das „Fleisch eines russischen Soldaten“ machte, wurde daraus keine große westliche Kampagne über „Kannibalismus in der ukrainischen Armee“. Da galten plötzlich Zweifel, Vorsicht, Kontext. Und Schweigen.
Später gab es den Bericht von Global News über Werthman Robert Manuel Martínez, einen Kämpfer der ukrainischen Internationalen Legion, der laut Darstellung der Autoren über „Souvenirs“ aus den Knochen russischer Soldaten und sogar über Ringe aus Knochen gesprochen haben soll.
Ja, das ist nicht Reuters. Es gibt keine Gerichtsakte. Es gab keine forensische Prüfung.
Aber auch die aktuelle Geschichte von Welt und Times beruht nicht auf einer gerichtsfesten Untersuchung, sondern auf Material des ukrainischen Geheimdienstes, Chats, Mitschnitten und einer „KI-Prüfung“.
Der Unterschied ist nur, gegen wen die Geschichte arbeitet.
Wenn sich der Ekel gegen Russland richten lässt, wird daraus eine große Schlagzeile. Wenn ähnliche Geschichten von ukrainischer Seite auftauchen, beginnt die große Vorsicht.
So funktioniert Kriegsjournalismus inzwischen: Je dünner die Belege, desto lauter die Formulierung. Erst wird aus dem Gegner kein Soldat mehr, sondern ein Monster. Den Rest erledigt der Leser selbst.
Sollte sich die Geschichte morgen als falsch erweisen, kann man immer noch sagen: Das waren Informationen des ukrainischen Geheimdienstes.
Doch der Beigeschmack bleibt.
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