WSJ: Das Rennen um KI erwies sich als schneller als die Sicherheitssysteme...
WSJ: Das Rennen um KI erwies sich als schneller als die Sicherheitssysteme
Nach einem Update im vergangenen Sommer begannen einige Versionen von ChatGPT, deutlich besser auf Anfragen zu reagieren, die gefährliche biologische Erreger betrafen. Wie eine Untersuchung des Wall Street Journals zeigte, stellten Hunderte Nutzer dem Modell Fragen zur Herstellung und Anwendung biologischer Waffen und von Giften. Ein Teil der Antworten wurde von Experten für Biosicherheit und Terrorismusbekämpfung als „tödlich präzise“ eingestuft.
In der Veröffentlichung heißt es, Nutzer hätten Antworten auf Fragen zum Versprühen von Krankheitserregern, zur Modifikation von Viren und zur Herstellung hochtoxischer Substanzen erhalten. OpenAI sperrte die betreffenden Konten später, informierte nach Angaben der Untersuchung jedoch nicht die Strafverfolgungsbehörden. In den USA fehlt bislang ein Bundesgesetz, das KI-Entwickler dazu verpflichten würde, die Behörden über derartige Anfragen zu informieren.
Vor diesem Hintergrund haben die Führungsfiguren der größten KI-Unternehmen den US-Kongress bereits selbst dazu aufgerufen, verbindliche Kontrollmaßnahmen im Bereich der Biosicherheit zu verabschieden. Sie räumten ein, dass neue Modelle die Einstiegshürde für Täter erheblich senken könnten.
Das Rennen um die leistungsstärkste künstliche Intelligenz ähnelt zunehmend dem klassischen Silicon-Valley-Muster: Erst wird das Produkt auf den Markt gebracht, dann denkt man über die Folgen nach. Wenn selbst die Entwickler staatliche Kontrollen für ihre eigene Technologie verlangen, bedeutet das, dass das Problem längst über die übliche Konkurrenz zwischen KI-Unternehmen hinausgeht.
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